A/V Verhältnis


Matthias Brandmaier

Das A/V-Verhältnis (manchmal auch „Formfaktor“ genannt) beschreibt die Oberfläche der thermischen Gebäudehülle dividiert durch beheiztes Volumen. Je kleiner dieses Verhältnis ist, desto kompakter ist das Haus. Der Wärmebedarf eines Gebäudes ist wesentlich von der Oberfläche des Gebäudes abhängig. Je mehr Oberfläche desto mehr Wärme geht (bei gleichem Bauteilaufbau) durch die Bauteile nach außen.. Nachteile von besonders großen Gebäuden sind allerdings der große Energieaufwand für künstliches Licht und Klimaanlagen um Räume im Inneren des Gebäudes mit frischer Luft zu versorgen.
Die A/V Werte der 4 Projekte AKH, WU, ORF und Alterlaa werden hier im Vergleich zu 4 anderen Projekten aus etwa derselben Bauzeit gestellt. Das typische Einfamilienhaus schneidet dabei mit einem großen Wert am schlechtesten ab, wogegen das AKH ein sehr gutes Verhältnis besitzt.

 

A/V Verhältnis


Matthias Brandmaier

Abbruch - Szenario
Bei der Wirtschaftsuniversität steht der Auszug aus bisherigen Räumlichkeiten unmittelbar bevor und der ORF zieht seit längerer Zeit einen neuen Standort in Erwägung. Hier soll untersucht werden, was es mit sich bringt, das Gebäude als Folge daraus abzureißen anstatt über mögliche Umnutzungen nachzudenken und zu verwirklichen.
Große Gebäude wie das ORF-Zentrum oder die Wirtschaftsuniversität erfordern beim Abriss eine genaue Planung und produzieren dabei eine erhebliche Belastung der Nachbarschaft mit Lärm und Schmutz für mindestens ein halbes Jahr. Viel größer ist jedoch die Umweltbelastung : Die Emissionen, die bei einem Abriss und Konstruktion eines neuen Gebäudes entstehen, sind in keinem Fall vergleichbar mit dem Co²-Austoß‘ der Baumaßnahmen einer Umnutzung. Bevor Gebäude dieser Größenordnung abgerissen werden, sollten erst alle möglichen Nachnutzungen in Erwägungen gezogen werden um ökologisch und vor allem auch wirtschaftlich zu handeln.

 

A/V Verhältnis


Matthias Brandmaier

ORF – Konstruktion

Das ORF-Zentrum am Küniglberg besteht zu einem großen Anteil aus Fertigteilen, die Vorort auf der Baustelle montiert wurden. Diese Bauweise ermöglicht eine höhere Qualität der Bauteile und eine kürzere Bauzeit die allerdings mit einem erhöhten Planungsaufwand verbunden ist.

Der Fertigteilbau beinhaltet einen sehr großen Transport-Aufwand von der Fabrik bis zur Baustelle, der häufig vernachlässigt wird. Große Fertigteile wie beim ORF benötigen Spezialtransporte, die nur auf Landstraßen verkehren können und eine große Belastung für die Umwelt darstellen.

Die Entfernung von der Fertigteilfabrik zur Baustelle ist in jedem Fall in der Planung zu berücksichtigen und einer Ortbeton Lösung gegenüberzustellen, um eine ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Konstruktion zu finden.