Collage

Die Wiederkehr des Erhabenen.

Die Atrienarchitektur John Portmans


Achim Reese

In den 1980er Jahren äußern sich zwei Intellektuelle – der niederländische Architekt Rem Koolhaas und Fredric Jameson, amerikanischer Literaturwissenschaftler und Marxist – zur Architektur John Portmans. Koolhaas beschreibt in „Atlanta“, wie die Verbindung von Architektur und Immobilienwirtschaft zur Wiederentdeckung des Atriums führt. Diese Atrien werden von Koolhaas als konsumierbarer Stadtersatz vorgestellt, der ein Gefühl von Urbanität vermittelt, ohne dass man sich den Widrigkeiten der downtown aussetzen müsste. Jameson unternimmt in „Postmoderne. Zur kulturellen Logik des Spätkapitalismus’“ den Versuch, die Postmoderne als historische Epoche – und nicht als Stil – des globalisierten Kapitalismus’ zu deuten. Anhand des Atriums des Westin Bonaventure Hotels in Los Angeles beschreibt er eine vollkommen neue Räumlichkeit, der unsere Wahrnehmungsfähigkeiten nicht gewachsen seien. Während beide von einer Erfahrung des Erhabenen berichten, unterscheiden ihre Auffassungen sich in einem Punkt ganz grundsätzlich: So schreibt Koolhaas, dass die Architektur Portmans auf Konsumierbarkeit angelegt sei; Jameson indessen konstatiert, dass bei der Konzeption dieser Räume das Subjekt und seine Wahrnehmung keine Berücksichtigung gefunden haben.

Advisors: Angelika Schnell