Bitte Fenster geschlossen halten! Frischluftgefahr


Elisabeth Zeininger

Geht man davon aus, dass Architektur in geschlossenen Siedlungsgebieten sich kontextuell manifestiert, ist es unerlässlich den „Text“ des bereits Vorhandenen, des Bestands, umfassend lesen zu können.

Der Komplex des Franz-Josefs-Bahnhofs zählt zu den umstrittensten Bauwerken Wiens. Die unüberwindbare Barriere der Bahnlinie, deren Zweckmäßigkeit im Wiener Bahnnetz angezweifelt werden darf und die abgehobene, monostrukturierte Nutzung der Baumassen sind auch nach 40 Jahren noch ein Fremdkörper im Stadtquartier. Bis heute führte kein planerischer Vorschlag, kein Masterplan, keine Strukturanalyse zu einem überzeugenden Ergebnis.

Im Verlauf meiner Recherchen, habe ich festgestellt, dass für eine zukünftige Entwicklung und das Weiterbauen der heutigen Situation vorerst keine weitere Strukturanalyse oder ein Masterplan notwendig sind, sondern eine neue Methode Not tut, den architektonischen Gehalt des Komplexes zu erfassen und zu lesen.

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Elisabeth Zeininger

Das Werkzeug meiner Untersuchung ist eine Kamera, das Ergebnis sind sechs Videosequenzen. Meine Arbeit versucht eine Vorgangsweise auszuloten, die ich Archigraphie nennen möchte, die auf den Linien von Ton und Bild ein fragiles, aber dennoch präzises Abbild von Architektur erzeugen kann. Dabei treten die immateriellen Eigenschaften der Architektur wie Licht, Reflexion, Farbe, Form, Akustik und Bewegung in den Vordergrund der Betrachtung und öffnen eine neue Perspektive auf das Gebäude.

Advisor: Stefan Gruber