Emanzipierter Schutzraum, 2012–2014

Diana Lucas-Drogan

Das gesellschaftspolitische Thema der Refugee Protestbewegung in Wien regte im Kontext der Architektur die Frage an: Wie prägt die räumliche Emanzipation der Refugees die eingenommenen Räume im Protest und was bringen sie hervor? Vor allem geht es um das Spannungsverhältnis von Raum (als Display von politischer Ordnung und Macht) und der Positionierung der sans papers in diesem. In 7 Phasen dokumentiert die Arbeit „Emanzipierter Schutzraum“ die räumliche Entwicklung der Refugee Protestbewegung chronologisch und analysiert die Verbindung zwischen politischer Positionierung des Körpers als taktische Methode und den eingenommenen, bewohnten Räumen. Der kleinste private Raum, der Körper wird öffentlich politisiert und traktiert, um Zugänge zur Gesellschaft aufzubauen und wiederum welche zu schaffen. Dieses Wechselspiel zwischen der Positionierung des Körpers im politischen Zentrum Wiens und die Einnahme von repräsentativen (semi-)öffentlichen Räumen durch die Refugees gibt Rückschlüsse auf die Raumproduktion und ihre Bedeutung. Innerhalb der einzelnen Protestphasen wird dies immer wieder deutlich und spezifisch hervorgehoben.

 

 

Emanzipierter Schutzraum, 2012–2014

Diana Lucas-Drogan

Dieser Raum ist eine „plattform to speak up“ und zur öffentlichen politischen Positionierung der Refugees, um Kritik am herrschenden Asylsystem Österreichs und Europas zu äußern und sie dabei auch zu schützen. Dieser Schutz ist elementar und bedarf des Engagements der Zivilbevölkerung, um einen Handlungsraum (z.B. Anmelden von Demonstrationen, Veranstaltungen) erstmals zu ermöglichen und Wissen über Handlungen aufzubauen. Doch wovor muss geschützt werden? Vor polizeilicher und rassistischer Festnahme, Abschiebung und Übergriffen. Die Arbeit ist eine Raumanalyse mit Zeichnungen und topologischen Beziehungsgeflechten als Werkzeug sichtbar im Raum.

Advisors: Stefan Gruber, Lisa Schmidt-Colinet und Saskia Hebert.