© Btihal_Remli

Innerhalb


Btihal Remli

Diese Arbeit handelt von der Bedeutung immaterieller Räume. Dabei geht es spezifisch um Räume, die durch religiöse Rituale erzeugt und transformiert werden.
In dem Buch Hidden Islam von Nicoló Degiorgis werden Fotografien von muslimischen Gruppen abgebildet. Menschen, die nicht in den prachtvollen Moscheen beten, sondern in kleinen Läden, Sport- und Lagerhallen oder sogar auf Parkplätzen. Die Tatsache, dass der Islam eine unerwünschte Religion zu sein scheint, zwingt die Muslime ihren Glauben in diesen säkularen Räumlichkeiten durchzuführen, dennoch gelingt es ihnen diese umzuwandeln. Profane Räume werden transformiert in sakrale Welten, aber wie gelingt diese Umwandlung?

Michel de Certeau schreibt in Praktiken im Raum: „Insgesamt ist der Raum ein Ort, mit dem man etwas macht.“ Das heißt, dass Räume erst durch Handlungen entstehen. Religionen bieten ganze Handlungssequenzen, die immer wiederkehrend sind. Es sind die sogenannten Rituale, die dazu verhelfen Räume zu erschaffen und Grenzen zu setzen. Dieses Projekt erzählt die Geschichte einer Reise in diese immateriellen Räume aus zwei Perspektiven – die des erlebenden Ich und die des beobachtenden Ich.

>>

 

Innerhalb


Btihal Remli

Ein Experiment in der Stadt Oujda, eine der konservativsten Städte Marokkos. Dort wird der Alltag durch die zeitlich strukturierte Ausübung von Ritualen geprägt. Gebete werden in der Mitte des Marktplatzes vollzogen. Wo kein Wasser zu finden ist, wird ein Stein genutzt, um die rituelle Waschung zu symbolisieren. Die gesamte Lebenswelt wird transformiert und strukturiert. Es entstehen immaterielle Räume, die weder Wände noch Dächer haben, die nicht sichtbar sind.

Doch wie können diese Räume betreten werden und wie können sie wieder verlassen werden. Wie sehen sie aus und wie können sie beschrieben werden, wenn sie doch unsichtbar sind? Wie werden Grenzen erschaffen und wo liegen diese? Und was passiert, wenn man sich nicht der Ordnung fügt?

Advisors: Angelika Schnell, Thomas Freiler