grenzgang


Felix Steinhoff

Grenzen erscheinen heute einfältig und spätestens seit Beginn der globalen Vernetzung hilflos und absurd. Mauern und Zäune versuchen, etwas festzuhalten, was im ständigen Fluss ist. Die Rekonstruktion der Geschichte von Lebab fördert Erstaunliches zutage und führt uns zurück bis ins Jahr 2016. Zurück zu ihrem Ursprungsort Idomeni.
Wo eine Grenzlinie war, wurde ein Grenzraum. Der Raum wuchs in die dritte Dimension. Aus Innen und Außen wurde Oben und Unten. Im Grenzraum kam es zur Eruption. Die Grenze wurde zum Ort des Begehrens. Der unüberwindliche Gegensatz – Oben und Unten – wurde so lange ausgekostet, bis er seine volle Kraft entfaltete und im Zauber der Ambivalenz verschwamm. Der Grenzraum wurde zum einzigartigen Organismus, die stoppende Linie nomadisch. Eine Struktur entwickelte sich. Sie war weder geometrisch noch organisch, sie zeigte ihre eigene Lebendigkeit - bis es in dieser Heterotopie keine Länder mehr gab.
Eine Einbildung und damit das, worum es geht: Der Sehnsucht nachzuspüren und einzutreten in eine hypothetische Wirklichkeit.

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